Prüfungsanfechtung Rechtswissenschaften / Jura

Während die so genannten Prüfungsanfechtungen vor einigen Jahren eher Konstellationen des Bestehens oder Nichtbestehens der Prüfungen betrafen, werden zunehmend Verfahren zur Notenverbesserung auch in zweistelligen Punkteregionen geführt.

I. Prüfungsanfechtung: schlechte Korrekturen bei den juristischen Prüfungsämtern

Das liegt daran, dass die finanzielle Ausstattung der Behörden nachlässt und die Korrekturen somit zum Teil von weniger sorgfältig ausgewählten bzw. wenig motivierten Prüfern durchgeführt werden. Nur wenige hoch qualifizierte Idealisten erklären sich bereit, zu dem geringen Entgelt mehrere Stunden in eine gute Korrektur zu investieren. Somit werden Korrekturen zunehmend schlechter und die Bereitschaft der Prüfungskandidaten, gegen Bewertungen vorzugehen steigt. Schließlich sehen sich Absolventen einem sehr selektiven Arbeitsmarkt ausgesetzt, in dem für gute Positionen oft ein Prädikatsexamen (Note „vollbefriedigend“ oder besser) gefordert wird. Mittlerweile kommt es sogar vor, dass Prüfungsämter streitwilligen Kandidaten raten, das Verfahren selbst durchzuführen, um dann die eigene Überlegenheit in der sehr speziellen Materie des Prüfungsrechts auszuspielen mit der Folge, dass in Eigenregie irreparable Fehler gemacht werden.

Seit Beginn seiner anwaltlichen Tätigkeit betreut Herr Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Heinze bundesweit so genannte Prüfungsanfechtungen im Bereich juristischer Prüfungen vom 1. Studiensemester bis zum 2. Juristischen Staatsexamen. Regelmäßig geht es darum, gegen Bescheide vorzugehen.

II. Prüfungsanfechtung: Verwaltungsakt oder Schlussbescheidung

Dabei ist zunächst zu klären, ob bereits eine Aufsichtsarbeit oder sonstige Einzelleistung als Verwaltungsakt einzustufen ist, oder ob eine Schlussbescheidung angegriffen wird, bezüglich derer in auszuwählendem Umfang vorgegangen werden kann. Je nach Bundesland und dortiger Rechtsprechung kann es um eine Anfechtung oder um eine Verpflichtung zur Neubescheidung gehen. Unterschiedlich geregelt ist in den Bundesländern auch das Erfordernis eines Widerspruchsverfahrens. Im Prüfungsrecht ist im Regelfall zudem ein so genanntes Überdenkungsverfahren durchzuführen, weil die Beurteilungsspielräume bzw. Bewertungsspielräume der Prüfer zu wahren sind. Im Überdenkungsverfahren werden die Einwände des Prüflings den Fachprüfern übersandt, damit diese sich mit Ihnen auseinandersetzen können und anschließend Stellung beziehen. Eine solche Überdenkung ist verfassungsrechtlich geboten, um einen Ausgleich zum Beurteilungsspielraum des Prüfers zu schaffen und letztlich die Waffengleichheit zwischen Prüfer und Prüfling zu wahren.

III. Prüfungsanfechtung Jura: Fehlerquellen bei Prüfungen Jura

Details erläutern wir Ihnen individuell auf Ihren Fall abgestimmt in einer Erstberatung. Danach können Sie entscheiden, ob Ihr Verfahren auf einzelne Aufsichtsarbeiten bzw. auch auf die mündliche Prüfung erstreckt werden soll. Im Rahmen solcher Verfahren gibt es im Wesentlichen zwei Fehlerquellen – Verfahrensfehler und inhaltliche Bewertungsfehler.

Sobald Sie vermuten, dass in Ihrem Prüfungsverfahren Verfahrensfehler gemacht wurden, bitten wir Sie, sich frühzeitig mit uns in Verbindung zu setzen. Zum Teil bestehen Rügeobliegenheiten sogar in der Prüfungssituation vor Ort. Es wäre misslich, wenn Sie sich Ihre Rechte im Prüfungsverfahren abschneiden.

Die Pflicht zur rechtzeitigen Rüge besteht im Gegensatz zu den formellen Fehlern nicht bei inhaltlichen bzw. materiellen Fehlern. Dennoch ist es wichtig, den Widerspruch rechtzeitig einzulegen. Im Regelfall wird Ihnen dann eine Frist zur Begründung genannt.